
Aufbau und Struktur des Studios
Ich möchte hier die technische Architektur meines Studios beschreiben. Sie zeigt, wie Boards, Amps, Cab-Simulationen, Routing, Patchbay, Monitoring und Gain-Struktur zusammenarbeiten und warum ich den Aufbau so gewählt habe.
Der Schwerpunkt liegt auf der praktischen Umsetzung. Welche Kombinationen funktionieren im Alltag, welche Strukturen haben sich bewährt und wie greifen die einzelnen Bereiche ineinander.
1. Studio‑Architektur – Gesamtüberblick
Das Studio ist noch im Aufbau und vieles entsteht gerade erst. Einige Amps laufen schon, andere stehen noch ungetestet hier. Trotzdem hat sich über die Zeit eine Grundstruktur ergeben, mit der ich im Moment arbeite.
Die Boards liefern die Sounds, die Amps bringen den Charakter, und der Rest sorgt dafür, dass alles halbwegs geordnet zusammenläuft. Ich probiere viel aus, ändere Dinge wieder, verkabele neu und schaue, was sich im Alltag bewährt.
Das hier ist also kein fertiges System und auch keine Anleitung. Es ist einfach der aktuelle Stand, wie ich mein Studio gerade organisiere und wie die einzelnen Bereiche im Moment zusammenspielen.
2. Signalfluss – Grundprinzipien
Der Signalfluss im Studio ist im Moment so aufgebaut, wie es für meine aktuelle Arbeitsweise am meisten Sinn ergibt. Das kann sich jederzeit ändern, wenn ich etwas Neues ausprobiere oder ein Amp endlich in Betrieb geht.
Grundsätzlich läuft es so: Die Boards liefern den Sound, der Amp oder die Cab‑Simulation formt das Ganze, und danach geht es ins Recording oder ins Monitoring. Ich versuche dabei, die Wege so kurz und übersichtlich wie möglich zu halten, damit ich nicht jedes Mal überlegen muss, wo das Signal gerade langläuft.
Vieles ist noch provisorisch, manches ist schon fest eingespielt. Ich passe den Signalfluss immer dann an, wenn ich merke, dass etwas umständlich ist oder ich mich selbst ausbremse. Es ist also eher ein System im Wandel als ein fertiges Konzept.
3. Patchbay‑Routing
Die Patchbay ist im Moment so etwas wie der zentrale Knotenpunkt im Studio, auch wenn das ganze System noch nicht komplett steht. Sie hilft mir einfach dabei, die ganzen Wege zwischen Boards, Amps, Interfaces und dem Recording halbwegs übersichtlich zu halten.
Vieles ist noch provisorisch gesteckt, weil einige Amps noch gar nicht laufen oder ich bestimmte Kombinationen erst testen muss. Trotzdem merke ich, dass die Patchbay mir das Leben leichter macht, weil ich nicht ständig hinter die Racks greifen oder Kabel umstecken muss.
Ich nutze sie im Grunde dafür, schnell zwischen verschiedenen Setups zu wechseln und Dinge auszuprobieren, ohne jedes Mal das halbe Studio umzubauen. Wenn später alles fertig ist, wird die Patchbay wahrscheinlich noch klarer strukturiert sein. Im Moment ist sie einfach das Werkzeug, das mir hilft, Ordnung in das ganze Chaos zu bringen.
4. RME Fireface UCX – Einbindung & Gain‑Staging
Die UCX ist im Moment das Gerät, über das bei mir alles ins Recording geht. Ich nutze sie, weil sie stabil läuft und ich damit schnell aufnehmen kann, ohne viel umzustecken. Die Einrichtung ist noch nicht endgültig, aber für meinen aktuellen Stand funktioniert sie gut.
Die Boards habe ich so auf die Eingänge verteilt, dass ich schnell zwischen den Setups wechseln kann.
Die Verteilung ist nicht endgültig. Wenn später alle Amps laufen oder ich etwas umstelle, passe ich das wieder an. Im Moment ist es einfach die Lösung, mit der ich am schnellsten zurechtkomme.
| Kanal – RME Fireface UCX | Belegung |
|---|---|
| Input 1 | Mikrofon (Front‑Input) |
| Input 2 | Mikrofon (Front‑Input) |
| Input 3 | Board 1 – Links (Stereo, Front‑Input) |
| Input 4 | Board 1 – Rechts (Stereo, Front‑Input) |
| Input 5 | Board 3 (Patchbay) |
| Input 6 | Virtuelle Amps (Genome / Paradise / Bogren) – Patchbay |
| Input 7 | Alle Röhrenamps (Patchbay) |
| Input 8 | Basskanal (Patchbay) |
| SPDIF | Kemper Amp |
Wichtig ist für mich nur, dass ich keine doppelte Cab‑Simulation drin habe. Das passiert schnell, wenn man zwischen Boards, Amps und Software hin‑ und herschaltet. Deshalb checke ich das immer kurz, bevor ich aufnehme.

5. Delay‑ & Reverb‑Zuordnung
| Board | Delay | Reverb | Charakter / Rolle |
|---|---|---|---|
| Board 1 – MultiAmp Studio Rig (Stereo) | UAFX Galaxy ’74 | UAFX Golden | Studio‑Ambience (Tape + Plate/Hall) |
| Board 2 – Fender Pro Reverb | UAFX Galaxy ’74 #2 | Wampler Catacombs (Federhall intern) | Tape‑Delay + Ambient‑Reverb für Fender‑Clean |
| Board 3 – Blackstar Amped 3 | J. Rockett Clockwork | Neunaber Immerse | Analog‑Delay + hochwertiger Studio‑Reverb |
| Board 4 – Friedman T7020 | UAFX Del‑Verb #1 | UAFX Del‑Verb #1 | Klares Studio‑Delay + Studio‑Reverb für Lead‑Marshall |
| Board 4A – Egnater Rebel 20 | Keeley Halo | MXR M300 | Moduliertes Dual‑Delay + Studio‑Reverb |
| Board 5 – Peak Composer II | UAFX Del‑Verb #2 | UAFX Del‑Verb #2 | Delay + Reverb in einem Gerät |
| Board 6 – Marshall JVM410H | MXR Carbon Copy | UAFX Evermore | Warm‑Analog + Lexicon‑224‑Style Hall |
| Board 7 – DSL100HR | EQD Dispatch Master | Walrus Fathom | Reverb per Fußschalter + optional Delay |
6. Studio‑Monitoring
Beim Monitoring halte ich es im Moment bewusst einfach. Ich höre hauptsächlich über den SPL 2Control, weil ich dort direkt die Lautstärke regeln kann, ohne in der Software herumzuklicken. Das ist für meinen Alltag am unkompliziertesten und funktioniert zuverlässig.
Die meisten Boards (1 bis 5) laufen bei mir komplett ohne echte Lautsprecher. Der Weg ist immer derselbe: erst durch die Patchbay, dann in die UCX und von dort auf die KRK Rokit 7 G5. Die Cab‑Simulation kommt jeweils vom Board selbst, so wie ich es in den Ampelregeln festgelegt habe.
Bei Board 1 geht das Signal direkt auf die KRK. Die anderen Boards laufen zusätzlich noch über den BBE 882i, bevor sie auf den SPL 2Control und die Monitore gehen. Das ist im Moment einfach die Lösung, mit der ich klanglich am besten zurechtkomme.
