Pink Paisley Tele ’68

Vom günstigen Fund zum Customshop – Instrument

Diese Paisley‑Tele ist mir auf einer China‑Gitarrenseite aufgefallen. Das Paisley‑Finish war erstaunlich gut gemacht, das leichte Aging ebenfalls. Für eine Fernost‑Gitarre war das ungewöhnlich sauber und hat sofort Interesse geweckt.
Ich mag Paisley‑Gitarren sehr und kenne im Grunde nur zwei Modelle: die Fender Pink Paisley Telecaster ’68 und die Haar Trad T Blue Paisley. Die Fender ist klanglich und optisch mein Favorit, liegt aber preislich weit außerhalb dessen, was für mich infrage kommt.
Die günstige Fernost‑Paisley war klar an die Fender angelehnt und deshalb interessant. Wenn die Holzbasis stimmt und die Optik passt, lohnt sich ein Umbau. Mit diesem Gedanken habe ich das Projekt gestartet.

20260417

Ausgangsbasis

Der Korpus besteht aus Mahagoni, was bei einer Tele eher ungewöhnlich ist und sofort aufgefallen ist. Der Hals war ein einteiliger Ahornhals mit Vintage‑C‑Profil. Auf den ersten Blick wirkte er solide, in der Praxis war er aber kaum spielbar. Eine Seite des Griffbretts war bereits abgesplittert, die Bundierung schlecht, und entsprechend war die Bespielbarkeit miserabel.
Hardware und Elektrik waren einfache Billigteile und nicht zu gebrauchen.
Trotz der schlechten Verarbeitung klang die Holzbasis erstaunlich gut. Das war der Punkt, der das Projekt überhaupt interessant gemacht hat. Bei Meigel Guitar wurde diese Einschätzung bestätigt, und damit war klar, dass sich ein Umbau lohnt.

Der Boutique – Umbau

Elektronik und Hardware

Die ursprüngliche Elektrik wurde vollständig ersetzt. Statt der billigen Fernost‑Bauteile kamen CTS‑Potis, ein Orange‑Drop‑Kondensator, eine saubere Abschirmung und eine ordentliche Verdrahtung zum Einsatz. Die neue Elektrik ist sauber aufgebaut und funktioniert zuverlässig.

Auch die Hardware wurde komplett ausgetauscht. Verbaut wurden eine Rutters Vintage Bridge for Telecaster mit Messingreitern, Kluson Vintage‑Mechaniken und neue Knöpfe. Die Hardware wurde geaged, damit sie optisch zum Paisley‑Finish passt und nicht wie ein Fremdkörper wirkt.
Die alte China‑Ausstattung war unbrauchbar, die neue Boutique‑Hardware dagegen sauber verarbeitet und passt technisch wie optisch deutlich besser zur Gitarre.

Insgesamt wurde alles ersetzt, was nicht aus Holz war. Die Holzbasis war gut, der Rest musste weichen. Das war von Anfang an eingeplant. Wenn man schon umbaut, nimmt man ordentliche Teile.

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Optik

Der Relic‑Look war einer der Hauptgründe für den Kauf. Das Paisley‑Finish ist für eine Fernost‑Gitarre ungewöhnlich gut gemacht, und genau dieser gebrauchte Charakter passt optisch perfekt zu dem Instrument. Auf der Rückseite steht die Gravur „Relic Shelf“, ein werkseitiges Detail aus der chinesischen Produktion. Das wurde bewusst beibehalten, weil es zur Optik gehört und den Gesamteindruck unterstützt.
Der Body wurde nicht neu lackiert oder geglättet. Die vorhandenen Gebrauchsspuren bleiben erhalten und passen gut zur Paisley‑Oberfläche.

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Pickups – Warum Kloppmann TL Real 65?

Die Wahl der Kloppmann TL Real 65 war für mich naheliegend. In meinen anderen Gitarren haben die Kloppmann‑Sets immer zuverlässig abgeliefert, und ich wusste, dass ich mit ihnen einen Ton bekomme, der nicht nach Standardware klingt. Dazu kommt, dass diese Paisley‑Tele optisch klar an die ’68er angelehnt ist. Wenn man so ein Instrument baut, sollten die Pickups auch den Klang dieser Zeit einfangen. Die TL Real 65 tun genau das: sie klingen nach Tele, aber nicht nach moderner, überzogener Brillanz, sondern nach dem offenen, leicht rauen Charakter der späten Sechziger.

Der Grundcharakter war sofort da. Die Pickups haben die Mahagonibasis gut aufgegriffen und einen Ton geliefert, der offen und definiert ist, ohne den übertriebenen Twang, den viele moderne Tele‑Sets haben. Genau das hatte ich mir vorgestellt. Gleichzeitig hat man aber gemerkt, dass die Gitarre nicht das volle Potenzial der Pickups zeigen konnte. Der alte Hals hat das Instrument spürbar gebremst, nicht dramatisch, aber genug, dass der Ton nicht so frei und lebendig war, wie ich es erwartet hatte.
Damit war klar: Die Pickups sind richtig gewählt, aber der Hals muss neu. Das war der Punkt, an dem der nächste Schritt feststand.

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Der neue Hals – Der letzte Schritt zur „CS Tele“

Der ursprüngliche Hals war zwar grundsätzlich spielbar, aber das Spielgefühl war unangenehm und die Bundierung unpräzise. Trotz komplett überarbeitetem Setup kam die Gitarre klanglich nicht dort an, wo sie nach dem Elektronik‑Umbau und den Kloppmann TL Real 65 eigentlich sein sollte. Der Hals hat den Ton spürbar ausgebremst.

Deshalb habe ich bei Meigel Guitar einen neuen Tele‑Hals anfertigen lassen: geflammter Ahorn, sauber bundiert, perfekt eingestellt. Optisch passt er sehr gut zur Paisley‑Tele, und spielerisch ist es deutlich besser.
Erst mit dem neuen Hals zeigt die Gitarre, was im Mahagonikorpus und den Kloppmann‑Pickups wirklich steckt. Der Umbau wirkt jetzt geschlossen und aufeinander abgestimmt, weit entfernt von der ursprünglichen Fernost‑Basis.

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Fazit

Rein finanziell lohnt sich so ein Projekt selten, aber das war nicht der Ansatz. Ziel war es, aus einer günstigen Fernost‑Paisley‑Tele ein technisch sauberes, verlässliches Instrument zu machen, das klanglich und spielerisch überzeugt. Die Holzbasis war gut genug, um den Umbau zu tragen, und mit neuer Elektronik, Rutters‑Bridge, geageter Hardware, den Kloppmann TL Real 65 und dem geflammten Meigel‑Ahornhals ist daraus ein präzises Rock‑Werkzeug geworden. Die Gitarre hat jetzt klare Definition, stabilen Attack und einen Ton, der sich ohne Mühe durchsetzt. Was als günstiges Projekt begonnen hat, ist heute eine vollwertige Telecaster mit Charakter und einer Qualität, die sich nicht hinter deutlich teureren Instrumenten verstecken muss.

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