
Yamaha S80 – Mein persönlicher Blick auf Yamahas Stage‑Flaggschiff der Jahrtausendwende
Der Yamaha S80 war für mich immer ein Instrument, das man nicht einfach als Synthesizer bezeichnen kann. Er war ein echtes Stage‑Flaggschiff, gebaut für Musiker, die ein zuverlässiges, vollwertiges 88‑Tasten‑Instrument brauchten, das sowohl live als auch im Studio eine gute Figur macht. Yamaha brachte den S80 im Jahr 1999 auf den Markt , und schon damals war klar, dass er mehr sein wollte als ein typischer Rompler.
Tastatur und Spielgefühl
Was den S80 für mich sofort besonders gemacht hat, ist die Tastatur. Er besitzt eine vollgewichtete 88‑Tasten‑Klaviatur , die sich deutlich mehr nach einem echten Instrument anfühlt als viele andere Synthesizer dieser Zeit. Für Pianisten war das ein Segen, denn man konnte endlich ein Stage‑Keyboard spielen, das nicht nach Plastik wirkte.
Mit 24,3 Kilogramm ist der S80 allerdings kein Leichtgewicht . Das war damals der Preis für eine solide Mechanik und ein robustes Gehäuse. Für mich war das aber immer ein akzeptabler Kompromiss, weil sich das Spielgefühl einfach gelohnt hat.
Klang und Synthese
Der S80 basiert auf Yamahas AWM2‑Engine, also der Advanced Wave Memory 2 Synthese . Das bedeutet: samplebasierte Klangerzeugung, aber mit einer erstaunlichen Vielfalt an Wellenformen. Insgesamt stehen 479 Waveforms zur Verfügung Aktuelle Seite, was für ein Instrument dieser Zeit wirklich üppig war.
Die Polyphonie liegt bei 64 Stimmen , und das reicht für die meisten Live‑Setups problemlos aus. Besonders gut gefallen haben mir die akustischen Pianos, E‑Pianos und Pads. Sie klingen typisch Yamaha: klar, definiert und durchsetzungsfähig.
Auch die Filtersektion ist für einen Rompler erstaunlich flexibel. Der S80 bietet Bandpass, Hochpass, Tiefpass, BPF‑Wide und BEF‑6 Filtertypen . Damit konnte man Sounds deutlich stärker formen, als man es von vielen Workstations der späten Neunziger gewohnt war.
Modulation und Ausdruck
Der S80 unterstützt sowohl Velocity als auch Aftertouch . Gerade in Kombination mit der gewichteten Tastatur ergibt das ein sehr dynamisches Spielgefühl. Für expressive Pads, Leads oder E‑Pianos war das ein echter Vorteil.
Dazu kommen mehrere LFO‑Wellenformen, darunter Sägezahn, Rechteckvarianten, Trapez und Sample‑and‑Hold . Damit konnte man Sounds lebendiger gestalten, als man es von einem klassischen Stage‑Keyboard erwarten würde.
Effekte und Speicher
Der S80 bietet Reverb, Chorus und Delay als Effektsektion . Das ist nicht spektakulär, aber solide und praxisnah. Für Live‑Spieler war das völlig ausreichend, und im Studio konnte man ohnehin externe Effekte nutzen.
Speicherseitig bietet der S80 384 Voice‑Memories sowie 64 zusätzliche Voices pro Plug‑in‑Board . Damit war er flexibel genug, um komplette Setups für Live‑Gigs vorzubereiten.
Anschlüsse und Steuerung
Der S80 ist gut ausgestattet: MIDI In, Out und Thru sowie ein PC/Mac‑Seriell‑Port . Dazu kommen vier frei belegbare Sliders auf der linken Seite, die man live hervorragend nutzen kann.
Für mich war das immer ein großer Vorteil, weil man damit Filterfahrten, Lautstärkeverläufe oder Modulationen direkt steuern konnte, ohne in Menüs abzutauchen.
Einsatzgebiet und Bedeutung
Der Yamaha S80 war Yamahas Stage‑Flaggschiff und wurde genau dafür gebaut: ein robustes, vielseitiges Instrument für Live‑Keyboarder, die ein vollwertiges 88‑Tasten‑Instrument mit Synth‑Engine brauchten. Er wurde 2002 eingestellt und später durch den S90 ersetzt .
Für mich ist der S80 ein typischer Vertreter der späten Neunziger: ein Instrument, das nicht versucht, alles zu können, sondern das, was es kann, sehr gut macht. Er ist kein Sounddesign‑Monster, aber ein zuverlässiges, musikalisches Werkzeug mit starkem Grundklang.
Technische Daten des Yamaha S80
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Hersteller | Yamaha |
| Modell | S80 |
| Produktionszeit | 1999–2002 |
| Synthese | AWM2 samplebasierte Synthese |
| Polyphonie | 64 Stimmen |
| Timbrale Struktur | 19 Parts über 16 MIDI‑Kanäle |
| Wellenformen | 479 PCM‑Waveforms |
| Filter | Bandpass, Hochpass, Tiefpass, BPF‑Wide, BEF‑6 |
| LFO‑Wellenformen | Tri, Saw, Rechteckvarianten, Trapez, S/H1, S/H2 |
| Tastatur | 88 gewichtete Tasten |
| Ausdruck | Velocity und Aftertouch |
| Effekte | Reverb, Chorus, Delay |
| Speicher | 384 Voices + 64 pro Plug‑in‑Board |
| Anschlüsse | MIDI In/Out/Thru, PC/Mac Serial |
| Maße | 1330 × 157 × 371 mm |
| Gewicht | 24,3 kg |
| Einführungspreis | ca. 3000 USD |
