Unerwarteter Fund im Vietnamurlaub
Nach drei Wochen Vietnam bin ich wieder im Studio und natürlich konnte ich es nicht lassen, dort nach einem Musikladen zu suchen. War gar nicht so einfach: der Laden war irgendwo in einer Seitenstraße versteckt, ohne große Außenwerbung. Aber ich sah einen Passanten vorbeifahren, der einen Roland‑Karton transportierte und habe somit den Laden auch wirklich gefunden. Swee Lee in Ho Chi Minh – Saigon.

Aber genau dort lag ein Pedal, das ich hier nie erwartet hätte:
Thorn Soundlab – The Freaq (Double Stage Boost). Preis: 3.000.000 VND, also knapp 100 €.
Weil ich das Pedal noch nicht ausprobieren konnte, kann ich im Moment nur sagen, wofür der Thorn The Freaq eigentlich gedacht ist und warum man so ein Teil überhaupt interessant findet. Es ist kein Effekt, der den Sound komplett verändert, sondern eher ein Werkzeug, das den Grundcharakter einer Gitarre oder eines Amps gezielt formt. Man merkt das schon daran, wie die Regler aufgebaut sind: Das Ding arbeitet nicht mit „Effekt‑Intensität“, sondern mit Frequenzfokus, Bass‑Dämpfung und zwei unterschiedlich starken Boost‑Stufen.

Der Freaq ist dafür gemacht, einen Amp oder Preamp genau an der Stelle zu packen, wo er am besten reagiert. Man kann den Bassbereich etwas straffer ziehen, sodass der Sound definierter wird, und gleichzeitig die Mitten so setzen, dass die Gitarre sich besser durchsetzt. Das ist der Bereich, in dem der Amp einfach sauberer anspricht und die Struktur des Sounds klarer wird, ohne dass man gleich die ganze Gain‑Struktur umkrempeln muss. Und weil das Pedal zwei Boost‑Stufen hat, kann man zwischen einem eher neutralen Anschieben und einem fokussierteren, mittenbetonten Push wechseln.
Nach dem letzten Beitrag, in dem ich die größeren Änderungen für Board 3 schon beschrieben habe, geht es jetzt an die Feinheiten des Umbaus. Der Mothership steht ja bereits als neuer Preamp fest, und genau darum herum entsteht jetzt die neue Gain‑Struktur.

Bevor ich das Board endgültig verkable, kommt direkt nach dem Kompressor ein weiteres neues Pedal dazu: der Thorn The Freaq. Das Pedal ist kein klassischer Effekt, sondern eher ein Tonformer, der den Sound schon vor dem Preamp gezielt ausrichtet. Es strafft den Bassbereich, setzt einen klaren Mittenfokus und schiebt den Preamp so an, dass er definierter reagiert. Genau die Art Werkzeug, die dem Board bisher gefehlt hat, gerade jetzt, wo der Mothership mehr Dynamik zulässt. So der Plan.

Parallel dazu wird die Drive‑Sektion neu sortiert. Der Greer Amps Mori Drive, der im letzten Beitrag schon angekündigt war, bekommt jetzt seinen festen Platz. Dazu kommt der Tsakalis Room 40, der zwei Pedale ersetzt, die sich im Zusammenspiel mit dem neuen Preamp nicht mehr ganz richtig angefühlt haben. Der Rodenberg SL‑OD Deluxe geht raus, weil der Room 40 die britische Crunch‑Schiene deutlich direkter und musikalischer abdeckt. Dies ist nur der theoretische Wunsch. Ob die Praxis mir Recht gibt, werde ich testen und berichten.


